Auhagen GmbH, Marienberg/Erzgebirge, Modellbahnzubehör H0 TT N

OT Hüttengrund 25, 09496 Marienberg
 
Stand / Druckdatum: 24.10.2017

Basteltipp Stadthaus

 

 

Stadthausvariation

Basteltipp

Das Auhagen-Baukastensystem beschränkt sich nicht ausschließlich auf Gestaltung, Umbau und Erweiterung von Industrieprojekten. Eine interessante Möglichkeit besteht auch darin, mit den in Ziegelbauweise gehaltenen Materialien Stadthäuser zu variieren. Als maßstäbliche Nachbildung des sogenannten Kölner Dreifensterhauses im Stile des Eklektizismus sind die Auhagen-Modelle der Schmidtstraße vorbildentsprechend recht schmal gehalten. Durch Fassaden-
verdopplung oder Teilerweiterung lassen sich jedoch mit überschaubarem Aufwand breitere Hausansichten gestalten. Hierbei sind lediglich bei der Verbindung der Straßenfassaden auf Übereinstimmung von Fenster- und im Erdgeschoss Türabständen zu achten. Fortgeschrittenen dürfte auch der Einbau einer Durchfahrt nicht schwer fallen, wie im Folgenden zu sehen sein wird. Ausgangspunkt unserer Betrachtungen ist der Auhagen-Bausatz 11 392 „Schmidtstraße 13/15“.
 
 
 
 
Vom Industriebauteil zur Hoffassade
Die häufig zur Bahn gekehrten Rückfronten machen da schon etwas mehr Mühe, bieten aber interessanten Gestaltungsfreiraum. Bereits die Abwechslung der Fensterform und Anordnung gegenüber dem Originalbausatz lockern die typischen Ziegelrückfronten auf, vor allem dann, wenn Hauszeilen lediglich aus mehrfach aufgestellten, identischen Modellen zusammengesetzt sind.
Aus den Industriefassaden lassen sich nicht nur die Rückfronten variieren. Sie bieten ebenso Material zum Bau sogenannter Seitenhäuser oder sogar Hinterhäuser, also Anbauten, die in den Hof hineinragen oder Hinterhöfe bilden.
Die Kombination der Fassaden erfordert allerdings Anpassungen der Baukastenteile in Breite und Höhe. Mit einer Modellbaukreissäge erreicht man die dringend erforderlichen rechten Winkel und geraden Schnitte. Zu achten ist außerdem auf die strikte Einhaltung der Geschosshöhen, erkennbar an der identischen Lage der Fensterbrüstungen bei Vorder- und Rückfassade.
Die nachstehend aufgezeigte Herstellung zweier breiterer Gebäude, stammend aus den beiden Bausätzen 11 392, wird anhand von Bildern der dazu notwenigen Bauschritte dokumentiert.

Die Straßenfassade
Die Straßenfassade des „Sechsfensterhauses“ entsteht aus zwei identischen Bauteilen der beiden genannten Bausätze.
Zuerst werden die Erdgeschosse aus der Fassade getrennt. Dann sind die rechte bzw. linke Kante der beiden Fassadenteile so zu beschneiden, dass der Abstand der Fenster an den zusammengelegten Fassadenteilen mit den übrigen identisch ist.
Nun geht es ans Untergeschoss. Hier soll neben dem Ladengeschäft auch eine Tordurchfahrt entstehen. Die vorhandenen Teile werden so beschnitten, dass eine der Türen entfällt und ein zweites Schaufenster angefügt werden kann. Aus den Resten des Quaderputzmauerwerks entsteht die Einfahrt zum Hof. Da hierzu nicht alle Materialien im Bausatz vorhanden sind, bedient man sich zur Herstellung der erforderlichen Füllstücke der neutralen Auhagen-Mauerplatte 52 211. Diese Platte liefert auch die später erforderlichen Seitenwände und die Decke der Hofdurchfahrt sowie Aussteifungen und Füllstücke.
Nach dem Zusammenkleben aller Bauteile können die Fenster und Türen eingesetzt und ggf. eine Einrichtung für die Schaufenster geschaffen werden. Ein farbliches Anpassen der neuen Teile, insbesondere im Untergeschoss, bleibt unumgänglich.

Rückfassade und Seitenhaus
Nun geht es an die Herstellung der Rückfassade und Angliederung eines sogenannten Seitenhauses. Um sich hier bewusst von der Fassadengestaltung der Basishäuser abzuwenden, werden zur Konstruktion dieser Fassaden Bauteile aus dem Auhagen-Baukastensystem herangezogen. So entsteht die Rückseite und das Seitenhaus aus Teilen der Wände 80 501, 80 506 und 80 507. Dabei ist neben den Fenstern und der erforderlichen Tür auch die Tordurchfahrt enthalten. Das Material für die fensterlose Seitenwand zur Grundstücksgrenze liefert Artikel 41 205, woraus auch die Zahnfriese als Schmuckelemente entnommen sind, sowie Wandteile aus Artikel 80 500.
Beim Aufbau der Fassade ist, wie bereits angedeutet, unbedingt auf übereinstimmende Geschoss- und somit Fensterhöhen zu achten. Um dies zu erreichen, müssen die Industriefassadenteile im oberen Geschoss um den hier ohnehin nicht hingehörenden Sockel gekürzt werden. Die Abschnitte ergänzen den oben fehlenden Part. Im Bereich des vorgesehenen Seitenhauses entsteht als Verlängerung der Rückfront eine Trennwand aus der Auhagen-Platte 52 211.
Bei allen Schneidarbeiten ist unbedingt darauf zu achten, dass der Fugenverlauf der Ziegelfassade eingehalten wird und Ziegel nicht angeschnitten werden. Simse und Friese, die man aber zuvor in der Stärke verringert, damit sie nicht übermäßig auftragen, dienen dabei zusätzlich als Ausgleich bzw. verdecken Schnittkanten.
Beim Verkleben des entstandenen „Puzzles“ sollten zuvor alle Teile mit der Ansicht nach unten auf eine Platte gelegt werden, um einen eventuellen senkrechten und/oder seitlichen Versatz der Bauteile zu verhindern.
Nach Verkleben aller Wandteile ist ein kompletter Anstrich im Ziegelfarbton angeraten. Ein anschließendes Ausfugen der Ziegelsteine in zementgrau verbessert die Optik noch deutlich.

Dachgestaltung
Weil beim Zusammenfügen der beiden nahezu ungekürzten Fassaden zweimal die Seitenwände entfallen, reichen die zur Verfügung stehenden zugehörigen vier Dachflächen der Originalbausätze für die Eindeckung des neugeschaffenen breiten Hauses nicht aus. Die Füllstücke muss ein fünftes Feld des Bausatzes liefern, will man nicht das gesamte Dach aus
den ebenfalls von Auhagen angebotenen Dachpfannenplatten (Artikel
52 225 Frankfurter Pfanne oder Artikel 52 216 Biberschwanz) selbst neu kreieren. In diesem Falle müssen allerdings auch alle Dachfenster und Schornsteinstandorte in die Platten eingearbeitet werden, und das macht schon ein wenig Mühe.
Auch hier ist beim Verkleben darauf zu achten, dass die einzelnen Dachbestandteile keinen Versatz bilden und in einer Ebene liegen. Die Dachflächen sollten einen einheitlichen Anstrich bekommen. Damit werden Farbunterschiede der Bauteile ausgeglichen.
Das Flachdach des Seitenhauses wird mit „Dachpappe“ eingedeckt. Aus Stabilitätsgründen wurde zuerst eine Unterdecke aus dem bereits benannten Plattenmaterial eingezogen. Die eigentliche Dachhaut bildet dann der Auhagen-Artikel 52 217 Dachplatte Teerpappe.
Nun sollte man an das Anbringen von Dachrinnen und Fallrohren denken, da diese z.T. durch die Umbaumaßnahmen an den Fassaden entfallen sind. Material hierfür liefert der Auhagen-Artikel 41 609.
Jetzt fehlt noch der Austritt vom Satteldach des Hauptgebäudes auf das Seitenhausdach. Die dazu erforderlichen seitlichen Dreiecke übernehmen den Winkel der Dachschräge von ziemlich genau 45° und werden ebenso wie die sich ergebende Dachfläche aus „Pappe“ nachgebildet. Die vordere Wand mit dem Türausschnitt lässt sich recht einfach aus aufrechten und querlaufenden Profilen herstellen. Die Tür selbst ist Bausatzbestandteil.
Aus dünnen käuflichen oder selbst geschnittenen Profilen gewinnt man die drei Mauerabdeckungen. Die Geländer stammen aus dem Auhagen-Artikel 42 558. Antennen findet man im Artikel 42 653.

Ausgestaltung
Damit ist im Großen und Ganzen beschrieben, wie der generelle Aufbau des Hauses vorgenommen wird. Eine allgemeine leichte Patinierung fördert ungemein die Realitätsnähe. Diese ist mit wässriger Schmutzfarbe sowohl an den Fassaden, als auch am Dach recht einfach aufzubringen. Um dem Gebäude noch eine persönliche Note zu geben, macht eine weitere Ausgestaltung Sinn. So sind einige Fenster geöffnet und die nun einsehbaren Räume mit Einbauten versehen. Die geschlossenen Flügel schneidet man zuerst mit dem Bastelmesser heraus und klebt aus weiteren, in den Bausätzen reichlich vorhandenen, passenden Fenstern neue von hinten an. Diese Arbeiten sind natürlich noch während der Bauzeit an den Fassaden durchzuführen.
Blumenkästen mit eingepflanzten Gewächsen lockern die Hausflächen auf. Die Einfahrt wird mit zwei passenden Toren versehen, die man aus dem Artikel 80 250 gewinnen kann. Hier ist allerdings eine Maßanpassung an die örtlichen Gegebenheiten erforderlich.
Ein Dorado für die Detailverliebten dürfte die Ausstattung des Dachs als Dachgarten mit Pflanztrögen, Gewächsen, Blumen, Liegestuhl, Gartenschlauch und Geräten sowie Figuren sein. Dasselbe gilt natürlich auch für die Hofgestaltung.
Im Unterhaus sind noch Lampen, Reklame, Markisen und im Hof ein Vordach vor der Werkstatttür zu installieren.

Einfriedung
Die Einfriedung des Hofs erfolgt mit Mauerteilen aus den Bausätzen, die allerdings längenmäßig angepasst werden müssen. Auch die erweiterte Pflasterfläche lässt sich durch Zurechtschneiden des Bausatzinhalts gewinnen.

Das Fünffensterhaus
Das zweite, um ein Geschoss niedrigere Gebäude wurde ebenfalls aus zwei identischen Hausseiten des Bausatzes zusammengesetzt. Allerdings sind hierbei der Kombination nicht nur die aneinanderstoßenden Hausecken, sondern auch eine Fensterreihe entfallen. Bei der Rückfront wurde entsprechend vorgegangen und dabei auf das vorhandene Bausatzmaterial zurückgegriffen. Selbst das Dach lässt sich wegen der geringeren Erweiterung aus den vorhandenen Flächen und dem verbliebenen Rest mit etwas Geschick zusammensetzen.
Die sonstigen Arbeiten lehnen sich weitestgehend an die Umbauarbeiten unseres bereits beschriebenen „Sechsfensterhauses“ an.

Und noch ein Tipp für Sparfüchse:
Nach den Umbauarbeiten verbleiben immer noch zwei Ziegelfassaden nebst Seitenwänden, Fenstern, Türen etc., die zum Bau eines zusätzlichen Dreifensterhauses ausreichen. Lediglich die Dachflächen müssen neu gestaltet werden. Wer die vorbeschriebenen Arbeiten jedoch schon absolviert hat, dem wird das hierzu Notwendige als reine Fingerübung erscheinen.

Setzt man nun eine Straßenzeile aus den beiden neugeschaffenen Häusern sowie mehreren Originalbausätzen zusammen, beleben die Umbauarbeiten nicht nur die besprochene Hofseite erheblich.

Bruno Kaiser, Köln

 
 
 
 
Basteltipp Stadthaus_01
Die Straßenfassade besteht aus zwei identischen Bauteilen der beiden Bausätze 11 392. Im Erdgeschoss ist eine Tür entfallen, ein zweites Schaufenster angefügt und aus den Resten des Quader-
putzmauerwerks eine Hofzufahrt kreiert. Die hierzu, nicht in den Bausätzen enthaltenen Füllteile können aus Auhagen-Mauer-
platten (z.B. 52 211) hergestellt werden.
 
 
Basteltipp Stadthaus_02
Die Straßenfassade ist fertiggestellt und schon mit Türen und Fenstern verklebt.
 
 
Basteltipp Stadthaus_03
Die Rückseite und das Seitenhaus werden aus Teilen der Wände
80 501, 80 506 und 80 507 zusammengesetzt. Die fensterlose Seitenwand zur Grundstücks-
grenze besteht aus Teilen aus Artikel 41 205, woraus auch die Zahnfriese entnommen sind, sowie  Wandteilen von Artikel 80 500.
 
 
Basteltipp Stadthaus_04-2
Zum Bau der Tordurchfahrt mit Boden, Wände und Decken sowie der Trennwand zwischen Haupt- und Seitenhaus verwendet man Mauerplatten Artikel 52 211.
 
 
Basteltipp Stadthaus_05
Für die Gestaltung der Dachflächen muss zu den vier Teilen des Basisbausatzes ein fünftes Feld zerschnitten werden, um die Lücken aufzufüllen.
 
 
Basteltipp Stadthaus_06
Bei geraden Schnitten und sauberer in einer Ebene liegenden Verklebung sind die Verbindungs-
stellen nachher kaum noch sichtbar.
 
 
Basteltipp Stadthaus_07
Das Dach des Seitenhauses besteht aus einer Unterdecke und der Eindeckung aus „Dachpappe“ Artikel 52 217.
 
 
Basteltipp Stadthaus_08
Die neu gestaltete Hinterfront mit Seitenhaus unterbricht die optisch langweilige Mehrfachanordnung identischer Modelle. Der Austritt zum Seitenhausdach muss selbst geschaffen werden (52 217).
 
 
Basteltipp Stadthaus_09
Inzwischen ist auch die Dachausgestaltung des Seitenhauses fertiggestellt.
 
 
Basteltipp Stadthaus_11
Die Geländer findet man im Artikel 42 558, die Antennen in Artikel 42 653 und Blumenkübel in Artikel 12 254.
 
 
Basteltipp Stadthaus_12
Die Straßenfronten der umgestalteten Bauten.
Eingerichtete Ladengeschäfte sorgen für optische Hingucker.

 
 
 
 
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